Einblicke in die weite Welt des Tees

Tradition, Kultur und Lebenseinstellung

Der Tee ist ein natürliches Aufgussgetränk, das in der Regel aus den Blättern, Blattknospen und manchmal auch aus den Stängeln der Teepflanze hergestellt wird. Je nach Sorte kommen bei der Verarbeitung auch Knospen, Blüten, Rinde, Wurzeln und Früchte zum Einsatz. In nahezu jeder Herkunft gilt die Kreuzung der Sträucher Camellia Sinensis (aus China) und Camellia Assamica (aus Indien) als Grundlage. Diese Basis bezeichnet der Experte als sogenannte Assam-Hybride. Das wohlschmeckende Genussmittel ist weit mehr als nur ein Durstlöscher: über Jahrtausende hinweg hat es sich fest in vielen Kulturen dieser Welt verankert und wurde Teil des alltäglichen Lebens.

Wer hat Tee erfunden?

Seit 5000 Jahren zählt er neben Wasser zu den beliebtesten und wichtigsten Getränken weltweit. Natürlich hat auch dieses Kulturgut seine Geschichten und Legenden. Durchgesetzt hat sich jedoch die Version über den chinesischem Kaiser Chen Nung. Der Erzählung nach entdeckte dieser ihn im Jahre 2737 v. Chr. rein zufällig. Bei einer Rast sollen ihm die Blätter eines wilden Strauches, unter dem er verweilte, in seine Schale mit heißem Wasser gefallen sein. Es duftete so herrlich, dass der Kaiser nicht anders konnte, als von dem Wasser zu probieren. Und weil er es so genoss, ließ er seit jeher seine Getränke mit den Blättern anrühren. Dies verführte die Menschen zu immer weiteren Experimenten und Verarbeitungen der ursprünglichen Pflanzen. Seinen Siegeszug feierte das Genussmittel vermutlich im Jahr 552 n. Chr., als die Chinesen mit dem Zen-Buddhismus auch ihn mit nach Japan brachten.

Vom Anbau zu den unzähligen Sorten

Das größte zusammenhängende Gebiet, in dem die Pflanzen angebaut werden, liegt im indischen Assam. Aber auch in Sri Lanka und vielen chinesischen Gebieten wachsen die natürlichen Pflanzen in großer Zahl. Nach drei bis fünf Jahren können sie geerntet werden. Hier gilt je früher, desto besser, denn die noch jungen Blätter stehen für hohe Qualität. Deshalb wird bei der Ernte auch bevorzugt auf Maschinen verzichtet und stattdessen behutsam mit der Hand gepflückt. Damit auch du bald ein Tässchen genießen kannst, müssen die Blätter entsprechend verarbeitet werden. Je nach Herkunft gibt es hierfür zwei Verfahren. Bei der natürlichen Produktion durchlaufen die Blätter fünf Stufen: das Welken, das Rollen, das Aussieben, die Oxidation und die Trocknung. Die moderne Variante ist das sogenannte Crushing-Tearing-Curling, bei dem die Blätter in gleichgroße Teile zerrissen werden.
Allgemein unterscheiden wir vier natürliche Formen: den Grünen, den Weißen, den Schwarzen und den Oolong. Diesen Arten werden dann noch zahlreiche Unterarten zugeordnet, die dir sicher schon oft begegnet sind – ob Sencha (grün) oder Darjeeling (schwarz).

Wusstest du schon…

…,dass jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen der Pflanzen produziert werden?

Die größten Produzenten sind China, Indien, Kenia, Sri Lanka und die Türkei.

Die fünf beliebtesten Sorten hierzulande sind

• Früchtetee
• Kräutertee
• Schwarzer Tee
• Grüner Tee
• Rooibos

Von Ost nach West: die traditionellen Teekulturen

Eines haben beinahe alle Kulturen gemeinsam: das traditionelle Heißgetränk wird in speziellen Behältnissen zubereitet und in besonderen Gefäßen, die vielerorts wahre Kunstwerke sind, serviert. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und so wird dir vielleicht eher unwohl bei dem Gedanken, dass die Tibeter einen salzigen Schwarztee mit Butter servieren. In orientalischen Ländern wird der beliebte Çaydanlık oft ziemlich stark und extrem gezuckert getrunken. Die Inder bevorzugen die Sorte Assam zusammen mit Gewürzen und Milch. Und auch die Briten würden sich wohl niemals von ihrer zelebrierten tea time trennen.

Aber wusstest du schon…
…,dass die ostfriesische Teezeremonie „Teetied“ hierzulande von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde?

Das Heißgetränk wird hier natürlich schwarz und kräftig mit einem Stück Kandis (Kluntje) und dem Sahnewölkchen getrunken.

Damit auch du zuhause immer Freude an dem dampfenden Genuss haben kannst, ist die richtige Lagerung von Vorteil:
• Lagere die Blätter oder Beutel nur in verschlossenen Gefäßen
• Halte ihn kühl und trocken
• Und bewahre ihn nicht in der Nähe von stark riechenden Dingen auf

Von der Tradition zum Trend

In Europa werden ursprüngliche Sorten gerne mit den unterschiedlichsten natürlichen Aromen angereichert, von denen dir sicher so einige bekannt sein wird. Hierzu zählen die Geschmacksrichtungen Kirsche, Maracuja und Vanille oder Gewürze wir Zimt, Orange und Anis.
Besonders im Trend liegen außerdem die Wurzeln Kurkuma und Ingwer, aber auch die sogenannten Wintertees, die passend zur kalten Jahreszeit mit Nelken, Zimt oder Kardamom angereichert sind. Vielleicht nicht jedermanns Sache sind die zuckersüßen Kuchen-Varianten wie Strawberry Cheesecake oder Blueberry Muffin. Was da wohl Kaiser Chen Nung von gehalten hätte? Da sind wir uns von tea2be auch nicht so ganz sicher. Aber auch er würde heute sicher seine Lieblings-Variante unter den zahlreichen Angeboten finden. Und bestimmt wäre er begeistert festzustellen, wie viele Herkunftsländer sein Lieblingsgetränk mittlerweile hat. Zu welcher der Teekulturen würde er sich wohl gesellen? Wahrscheinlich säße er auch heute alleine mit seiner Tasse an einem ruhigen Ort und würde alle Varianten von Assam bis Chai probieren.